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Tour 8 - Bad Lauterberg

Rubrik:Wandern
Streckenverlauf:Bad Lauterberg im Harz, Wiesenbeker Teich, Königshütte
Länge:9.00
Kontakt:Landkreis Osterode am Harz,
Postfach 1451,
37504 Osterode am Harz,
Tel. 05522/960-0,
Fax. 05522/960-333

kreishaus@landkreis-osterode.de
www.landkreis-osterode.de/

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Informationen zur Tour

Route beginnend in Bad Lauterberg, einer der ältesten Bergstädten im Harz

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Bad Lauterberg im Harz zählt zwar nicht zu den bekanntesten, wohl aber zu den ältesten Bergstädten im Harz. Es ist verbürgt, daß hier bereits 1402 ein Bergwerk existierte, denn Herzog von Grubenhagen ließ es aus Geldnot verpfänden. 1521 wurde die erste Bergfreiheit im Harz von den Hohnsteiner Grafen erlassen, wonach "Lutterberg" Bergstadtrechte bis 1528 besaß. Gefördert wurden Kupfer, Blei, Zink und Eisenerze. Bis in unser Jahrhundert baute man auch Flußspat ab, so zum Beispiel im Andreasbachtal, westlich von Bad Lauterberg im Harz. Noch heute wird im letzten Bergbaubetrieb des Harzes Baryt/Schwerspat gefördert. Im Ort erinnern Straßennamen an Köhlersiedlungen, Meilerstandorte und ein Wehr, an dem Holzflöße aufgefangen wurden. Im Tal der Lutter, nördlich von Bad Lauterberg im Harz, begegnen Sie zahlreichen Hinweisen auf die große Bedeutung des Bergbaus in diesem Gebiet. Die Grube Kupferrose wird erreicht, indem am Sportplatz nach links zur Augenquelle abgebogen wird. Etwas oberhalb am Berghang wurde erst 1993 ein trockengemauerter doppelter Fahrschacht wieder freigelegt und überdacht. Die Grube Kupferrose war bereits vor dem 3Ojährigen Krieg bis 1738 in Betrieb und damals die ertragreichste Lauterberger Grube. Das geförderte Kupfer galt in Qualität und Menge als das beste im gesamten Harzraum. Danach wurde die Grube in das Scheffeltal und in die Grube "Louise-Christiane" im Krummen Luttertal verlegt. Als 1808 infolge des Dammbruchs des Kupferroser Teichs die Wasserräder und damit die Pumpen stillstanden, war die Grube allerdings unwiederbringlich vollgelaufen. Versuche von anderer Stelle, das Kupfererz zu erreichen, schlugen fehl oder brachten nur unbefriedigende Ausbeute. Verhüttet wurde das Kupfererz anfangs in der Herzberger Kupferhütte und der Andreasberger Hütte. Da die Transportkosten zu hoch wurden, ließ man 1705 am Zusammenfluß der Graden und Krummen Lutter eine Schmelzhütte errichten, die Kupferhütte. Dort befindet sich heute das Forstamt. Zu den Betrieben gehörten mehrere Schächte, Wasserkünste, Kehrräder, Puchwerke und Teiche. Ein Puchwerk befand sich an der Kupferhütte, das andere in Lauterberg im Harz am Fuße des Hausbergs, wo heute noch eine Häusergruppe den Namen "Ölmühle" trägt (Lutterstr. 27). Diese Ölmühle wurde Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut, zuvor wurde der Standort von einer Schleifmühle genutzt. Beide Mühlen nutzten den für das Puchwerk angelegten Graben. Die Grube Wolkenhügel an der Krummen Lutter ist noch heute in Betrieb, es wird Schwerspat abgebaut. Wegen des damit zusammenhängenden LKW-Verkehrs sollte wochentags die Krumme Lutter gemieden werden. Die dort entlangführende Grubenbahn wurde leider 1969 stillgelegt. Umso empfehlenswerter ist die Strecke entlang der Graden Lutter. Geschulte Augen entdecken zahlreiche Fingen und Halden im Wald. Angelegte Teiche dienten oft der Wasserversorgung der Betriebe. So auch der ehemalige "Kupferroser Teich", dessen früherer Standort gut zu erkennen ist. Ein Gedenkschild erinnert an die Errichtung 1716/20 und an den Dammbruch 1808 infolge eines Hochwassers. Das Wasser wurde von hier mittels Hanggräben, die zum Teil noch gut im Gelände zu verfolgen sind, zu den Gruben Kupferrose und Louise-Christiane geführt. Gefaßte Quellen am Wegrand dienten unter anderem der Wasserversorgung der Transporttiere. Fährt man die Grade Lutter weiter hoch, wird die Knollengrube erreicht, in der Eisenstein von guter Qualität gefördert wurde. Allerdings muß das letzte Stück den Hang hinauf zu Fuß zurückgelegt werden. Die alte Grube wurde noch einmal in den 20er Jahren angefahren, zu dieser Zeit verlief auch hier eine Bahnlinie. Das nächste Ziel ist der Wiesenbeker Teich, der mit Gaststätte, Hotel, Campingplätzen und einem Waldschwimmbad touristisch gut erschlossen ist. Seine Entstehung ist auch der Kupfergrube "Aufrichtigkeif´ (1618-1737) im Engental (in der Nähe des heutigen Kurparks) zu verdanken, für die er 1722 als "Aufrichtigkeiter Teich" angelegt wurde, um Aufschlagswasser für die Kunst- und Kehrräder zu liefern. Das Wasser wurde über einen 8 km langen Graben aus dem Gebiet des heutigen Oderstausees zu dem Teich geführt. Wasserräder trieben Pumpen an, um die Stollen zu entwässern. Feldgestänge von 150 und 330 m Länge übertrugen die Wasserenergie zu den Schächten. Der Betrieb der Grube wurde aber bald wieder eingestellt, denn der Wasserzufluß wurde zu hoch. Die drei verstürzten, nach unten führenden Schächte sind heute noch gut sichtbar. Teile des 1125 m langen Stollensystems der Kupfergrube Aufrichtigkeit und der Eisensteingrube Scholmzeche, die seit Mitte des letzten Jahrhunderts bis 1917 betrieben wurde, sind zu besichtigen. Auf 200 m Länge ist der Stollen restauriert und durch Ausstellungsstücke ergänzt worden. Zu sehen ist unter anderem eine sogenannte Wasserseige - Wasserrinnen, die aus Baumstämmen herausgeschlagen wurden und dem Abfluß des herausgepumpten Wassers dienten (zu sehen auch im Museum und im Haus des Kurgastes). Die Verbindung der beiden Bergwerke fand im 2. Weltkrieg statt, als die Stollen als Luftschutzbunker genutzt und über einen 100 m langen Gang miteinander verbunden wurden. Fachkundige Führungen finden regelmäßig statt. Das Wasser des Wiesenbeker Teichs diente nach dem Schließen der Grube der Königshütte in Bad Lauterberg im Harz. Ein Besuch der Königshütte beschließt diese Fahrt. An diesem Ort existierte zunächst die Süssenhütte in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bis 1622, 1733/37 wurde die Königshütte als kurhannoversches Eisenhüttenwerk errichtet. Beispiele ihrer Produkte aus Eisenkunstguß sind im Lauterberger Heimatmuseum zu sehen. Heute ist es eine Gießerei. Sehenswert ist, neben einigen erhaltenen älteren Gebäuden aus der Gründungszeit sowie in gotischem Stil aus den Jahren 1827-1830, vor allem ein kunstvoller schmiedeeiserner Brunnen im Hof, der 1889 für die Pariser Weltausstellung errichtet wurde. Die Königshütte trug maßgeblich zu der Einführung des seit 1834 im Harzer Bergbau verwendeten Drahtseils bei. Hier wurde auf Leierwerken einwandfreier Draht von großer Haltbarkeit ohne Zangenbisse und Längenfurchen hergestellt. Damit konnten viele technische Probleme gelöst werden und die Unfallgefahr durch gerissene Hanfseile, denen viele Bergleute zu Opfer fielen, verringert werden. Abgesehen davon war die Beschaffung des hochwertigen Hanfes aus dem Ausland, der zur besseren Haltbarkeit noch geteert werden mußte, einfach zu teuer. Ketten waren zu schwer und zudem bruchanfällig. Zwar war das Drahtseil eigentlich schon früher in Frankreich erfunden worden, doch erst die "erneute Erfindung" durch Oberbergrat Albert in Clausthal machte es publik, so daß es heute nicht mehr wegzudenken ist.

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Urheber: © Landkreis Osterode am Harz

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