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Rundweg um das Steinhuder Meer

Rubrik:Fahrrad-Touren, Eintagestour
Start:Steinhude, Scheunenviertel (am Naturpark Infozentrum)
Ziel:Steinhude, Scheunenviertel
Länge:30,40 km
Barrierefreiheit:Die Tour ist barrierefrei. Der Weg ist ohne Einschränkungen begeh- und befahrbar. Einschränkungen gibt es auf den Beobachtungstürmen.
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert.
Kartenmaterial:Kartenmaterial erhalten Sie im Naturpark Infozentrum im Scheunenviertel Steinhude.
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Informationen zur Tour

Zu Fuß oder per Fahrrad, in einem Rutsch oder häppchenweise: Auf dem Steinhuder Meer-Rundweg können Sie das Herzstück des Naturparks umrunden und dabei viel mehr erleben als „nur Meer“.

Auf dem Rad durch die Meerbruchwiesen.

Auf dem Rad durch die Meerbruchwiesen.

Die Tour beginnt im Scheunenviertel von Steinhude, einem denkmalgeschützten Fachwerkensemble aus dreizehn Längs- und Durchfahrtscheunen, in denen früher Getreide, Heu und Stroh gelagert wurde. Heute beherbergen die restaurierten und rekonstruierten Gebäude das Naturpark-Informationszentrum.

Vom dort sind es nur wenige Meter bis zum Insektenmuseum und zur Uferpromenade. Hier halten wir uns links und treffen auf den Rundwanderweg, der mitten durch das bunte Treiben in Richtung Hagenburg führt.

Kaum hat man die letzten Häuser passiert, ändert sich das Bild: Auf der linken Seite säumt ein Bruchwald mit Erlen, Birken und Weiden den Weg, während sich rechts immer wieder Ausblicke auf das Meer und die Inselfestung Wilhelmstein ergeben. Von Steinhude aus können Sie die Insel übrigens mit einem der "Auswanderer" genannten Boote ansteuern. Auf dem künstlich aufgeschütteten Eiland ist ein kleiner Informationsraum eingerichtet, in dem Filme, Fotos und Texte über den Naturschutz in der Region Hannover und die Arbeit des Naturparks informieren.

Nach einer scharfen Linkskurve gelangt man in eine kleinteilige Landschaft mit extensiv genutzten Viehweiden, Fischteichen, Baumgruppen und dichtem Weidengebüsch. Bevor der Weg den Hagenburger Kanal kreuzt, kann man zum Moorgarten abbiegen und hoch- und niedermoortypische Pflanzenarten kennen lernen.

In der Nähe des Moorgartens befinden sich zwei weitere Sehenswürdigkeiten: Im Findlingsgarten warten steinerne Zeugen der Erdgeschichte darauf, betrachtet und befühlt zu werden. Die in Form, Farbe und Struktur variierenden Findlinge sind vor über 200.000 Jahren durch die Gletscher der Saale-Vereisung von Skandinavien in die norddeutsche Tiefebene transportiert worden. Einige der Jahrmillionen alten Kolosse weisen sogar Spuren auf, die Wind und Eis auf dem Gestein hinterlassen haben.

Das Schloss Hagenburg, ehemalige Sommerresidenz der Grafen und Fürsten zu Schaumburg-Lippe, ist heute ein Kunst- und Auktionshaus, das seine Tore nur für Antiquitätenausstellungen und kulturelle Veranstaltungen öffnet. Dennoch gibt es hier Überraschendes zu entdecken. Im Fluchtpunkt einer Rhododendronallee schimmert eine klassizistische Schlossfassade – Zentrum einer weitläufigen Parkanlage, in der neben vielen einheimischen auch exotische Baumarten wachsen. Erst wenn man die Freitreppe mit ihren toskanischen Säulen schon beinahe erreicht hat, erhascht man einen Blick auf den 1686 erbauten Fachwerkflügel, der in scharfem Kontrast zu seinem jüngeren Nachbarn steht.

Von dem Abstecher auf die Hauptroute zurückgekehrt geht es weiter in Richtung Meerbruch. Die weiträumige Feuchtniederung mit ihrem Frisch-, Feucht- und Nassgrünland, ihren Gräben, Röhrichten und Hecken ist von europaweiter Bedeutung für den Naturschutz. Dank Strukturreichtum und feuchten Bodenverhältnissen sind diese großen Bereiche im Westen des Steinhuder Meeres vor allem als Brut- und Rastgebiet zahlreicher Vogelarten von herausragender Bedeutung. Größtenteils ist das Gebiet als Naturschutzgebiet geschützt. Der Meerbruch hat zu jeder Jahreszeit seine eigenen Reize. Im Frühjahr führen Kiebitze ihre akrobatischen Balzflüge vor, Brachvögel lassen ihr melodisches Flöten ertönen und über dem Erlenbruch schraubt sich ein Rotmilanpaar in das weißbetupfte Blau.

Im Sommer liegt Heuduft in der Luft, auf frisch gemähten Wiesen warten Graureiher und Weißstörche regungslos auf Beute und am Wegesrand stehen Rainfarn, Blutweiderich und Weidenröschen in voller Blüte. Im Herbst, wenn die meisten Wiesenvögel ihr Brutgebiet bereits verlassen haben, ziehen Kraniche und Gänse in Keilformation über das Land oder fallen zum Rasten auf den ausgedehnten Grünländereien ein. Auch im Winter ist das Geschnatter von Grau-, Saat- und Bläßgänsen zu hören und Kornweihen segeln schwankend über ihr Jagdgebiet.

Nach 5 km erreicht man Winzlar, ein Dorf, in dem Hofcafés zum Verweilen einladen. Hier befindet sich auch die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer, die zugleich Naturschutzstation des Landes Niedersachsen und Standort des Regionalen Umweltbildungszentrums ist. In dem Stationsgebäude – einem 150 Jahre alten Bauernhof – kann man nicht allein Wissenswertes über die Tier- und Pflanzenwelt des Steinhuder Meeres erfahren, sondern auch durch eine Liveübertragung mitverfolgen, was im Brutkasten einer Schleiereule vor sich geht.

Kurz hinter Winzlar liegt ein Lebensraum, der durch seine Schlamm- und Flachwasserzonen besonders für Wasser- und Watvögel von Bedeutung ist. In der dichten Ufervegetation brüten Löffel-, Krick- und Knäkenten, Schilfrohrsänger klettern an Schilfhalmen empor, und Bekassinen stochern ruckartig im Schlamm.

Ein schrilles Quieken lässt auf die Anwesenheit der scheuen Wasserralle schließen, und zu Zugzeiten waten Kampfläufer, Grünschenkel und Bruchwasserläufer durch das seichte Wasser, während Zwerg- und Alpenstrandläufer auf den Schlammbänken nach Nahrung suchen.

Natürlich sind hier auch andere Tiere zu Hause: Das Konzert der Moorfrösche ist im Frühjahr schon von weitem zu hören, im Röhricht baut die winzige Zwergmaus ihr kugelförmiges Nest und Ringelnattern jagen im Flachwasser nach Lurchen und Fischen. Während der Rundweg an der verbuschten Westseite des Biotops entlang läuft, führt ein Erlebnispfad zu zwei Beobachtungshütten mit Bestimmungstafeln. Von hier kann man den Artenreichtum des Vogelbiotops erleben, ohne die Tiere zu stören. Nach 600 m endet der Pfad an einem neuen Aussichtsturm, der einen herrlichen Blick auf das Steinhuder Meer bietet – ein günstiger Punkt, um zu beobachten, wie ein Fischadler mit tiefen Flügelschlägen über der Wasseroberfläche rüttelt oder seine Mahlzeit auf einem Pfahl verspeist.

Wenig später kreuzt der Weg den Meerbach, den einzigen Abfluss des Steinhuder Meeres, der bei Nienburg in die Weser fließt.

Kurz darauf kann man von einem weiteren Beobachtungsturm am Nordrand des Meerbruchs noch einmal den Blick über die ausgedehnte Wiesenlandschaft schweifen lassen – bis hin zu den Rehburger Bergen, die sich in der Ferne als letzter Ausläufer der Mittelgebirge erheben.

Den Duft von Harz und Kiefernnadeln in der Nase erreicht man wenig später Mardorf. Der historische Ortskern liegt zwar etwas abseits der Route, ist aber immer einen Besuch wert. Um den Dorfplatz gruppieren sich Fachwerkhäuser, in denen das Heimatmuseum, das Haus des Gastes und die Informationsstelle des Naturparks untergebracht sind.

Ob man nun segeln, surfen oder paddeln möchte – in Mardorf gibt es viele Möglichkeiten, in See zu stechen. Rechts des Weges ragen Bootsstege in das leicht gekräuselte Wasser, der Wind treibt mit den Wanten sein klirrendes Spiel und Teichhühner verschwinden kopfnickend in dem schmalen Röhrichtstreifen.

Spätestens auf Höhe der Weißen Düne fühlt man sich vollends an die Küste versetzt: Ein Strand mit feinkörnigem Sand lockt zum Barfußlaufen. Wer den Osten des Steinhuder Meeres lieber an einem anderen Tag erkunden möchte, kann von hier aus mit einem „Auswanderer" nach Steinhude zurückkehren. Die historischen Holzboote, mit denen bereits vor hundert Jahren Gäste über das Meer geschippert wurden, verkehren in der Hauptsaison mehrmals täglich und nehmen sogar eine begrenzte Anzahl Fahrräder mit.

Am Mardorfer Uferweg zweigen in größeren Abständen vier Holzstege von der Route ab, die in Richtung Wasser führen - ideal für eine Pause mit Weitblick und Informationen über die Entstehungsgeschichte des großen Binnengewässers, über die Insel Wilhelmstein, die Naturschutzgebiete und die Flora und Fauna.

Am Ortsausgang von Mardorf, unweit der Beobachtungsplattform Moorhütte, lassen wir die trockene Moränenlandschaft hinter uns und tauchen in einen Naturraum ein, der die Menschen seit jeher ängstigt und fasziniert: Das Moor. Allerdings führt der „Vogeldamm" in eine durch Entwässerung und Torfabbau geprägte Moorlandschaft, aus der die typische Hochmoorvegetation weitgehend verschwunden ist. Dank Schutz- und Pflegemaßnahmen breiten sich in einigen Bereichen zwar wieder Torfmoose und Wollgräser aus, doch beherrschen an vielen Stellen noch immer Pfeifengräser und Moorbirken das Bild. Ihre glatten, schlanken Stämme glänzen im Sonnenlicht und von den offenen Heideflächen dringt das Trillern der Baumpieper und der Gesang der Goldammern herüber.

Nach 4 km liegt auf der rechten Seite ein Rastplatz, von dem ein Fußweg zu einem Beobachtungsturm im Naturschutzgebiet „Ostufer Steinhuder Meer" führt. Er liegt inmitten einer breiten Verlandungszone, dort wo der Bruchwald in einen nährstoffarmen Sumpf übergeht, an den sich wiederum ein buchtenreicher Schilfgürtel anschließt. Zwischen den Schilfhalmen ragen die Fruchtstände des Rohrkolbens hervor – tiefbraune, zigarrenförmige Kolben, die mancherorts auch „Lampenputzer" genannt werden. In den rauhen Gesang der Teichrohrsänger mischt sich das lang anhaltende Schwirren des Feldschwirls, und Kormorane breiten ihre schwarzen Flügel zum Trocknen aus.

Auch der Charaktervogel des Steinhuder Meeres, der Haubentaucher, darf nicht fehlen. Seine Balzzeremonie ist ein einzigartiges Schauspiel, das man im Frühling gratis vorgeführt bekommt.

Schließlich erreichen Sie dann wieder Steinhude.

Diese Tour liegt im Naturpark Steinhuder Meer. Diese Tour liegt im Naturschutzgebiet Meerbruchswiesen.

Dieses Projekt wurde im Rahmen des Programmes "Natur erleben" gefördert.

Dieses Projekt wurde mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.

Begegnung mit einem Reh im Schilf.

Begegnung mit einem Reh im Schilf.

Gänse in den Meerbruchwiesen.

Gänse in den Meerbruchwiesen.

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Urheber: Naturpark Steinhuder Meer

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